Mamaliga aus Brasov

 

Salut und Herzlich Willkommen zu meinem dritten Teil von eat-the-world. Diesmal hat mich mein Zufallsgenerator nach Rumänien geführt, genauer gesagt in die wohl wunderschönste Stadt Transilvaniens: Brasov. Viele nennen Brasov auch das Tor nach Transilvania. Bevor wir aber zu unserem Rezept Mamaliga aus Brasov kommen, möchte ich dich nun mit auf eine Reise voller Legenden, Osteuropäisches Hollywood, gastfreundliche Menschen und leckeres essen mitnehmen.

Brasov

Brasov – auch Corona genannt – ist mit knapp über 550.000 Einwohner eine der größten und meistbesuchtesten Städten in ganz Rumänien. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir Rumänien nicht so vorgestellt hatte und bin total überrascht – fast schon überwältigt – wie schön es dort ist. Habe es mir schon mal auf meine “Ich muss da unbedingt mal hin” Liste notiert, denn das möchte ich wirklich nicht verpassen. Mit ihrer prächtigen Altstadt (piata Sfatului) und winzigen Straßen erinnert sie mich fast schon an ein Märchen. Die bunten Häuser, Burgen und Parks stehen teilweise so im krassen Widerspruch, dass es schon wieder total kitschig ist und man sich direkt verliebt – ich hab es mich mal, definitiv. Neben der atemberaubenden Natur, umgeben von Wäldern und Bergen, steht mitten im Hauptplatz die faszinierende “Black Church”. Die Schwarze Kirche ist die größte gotische Kirche in Osteuropa und bekam den Namen, nachdem ein Brand (1689) die Wände schwarz färbte.

Es gibt dort auch den berühmtesten Wintersportort Rumäniens, auch Poiana Brasov genannt. Der Ort liegt wenige Kilometer von Brasov entfernt am Fuße des Berges Postavarul, der die Grenzen zwischen Süd- und Ostkarpaten markiert. Poiana Brasov hat eine lange Tradition als Skiort. Im Jahre 1906 wurde der erste nationale Skiwettbewerb Rumäniens abgehalten. 1951 fanden dort sogar die Internationalen Universitäts-Winterspiele statt. Poiana hat mittlerweile auch eine gute Ski Infrastruktur: Olympische Abfahrtspisten, sowie mehrere Loipen und mehrere Schlepplifte, die auf den Berg führen. Die Preise dort dürften auf jeden Fall machbar sein, wenn man die Skiorte hier so betrachtet.

 

Brasov ist das Hollywood in Rumänien

Brasov ist das Hollywood in Rumänien

Die Heimat von Dracula

Aber das ist nicht alles, was Brasov zu bieten hat. Man nennt die Stadt auch das Tor nach Transilvania oder auch Siebenbürgen genannt. Es gibt viele mysteriöse Geschichten, bei denen natürlich Dracula ganz vorne dabei ist. Die Stadt und das Gebiet Transsilvanien im Herzen von Rumänien wäre wahrscheinlich nicht mal halb so bekannt, hätte es die Geschichten rund um den Blutsauger nicht gegeben. Im Jahr 1897 rief der irische Schriftsteller Bram Stoker den Fürsten der Finsternis ins Leben, aber diese Idee kam nicht von ungefähr. Inspiriert wurde er von der Legende um den Fürsten Vlad III. Draculea, der von 1448 bis 1476 das Fürstentum der Walachei regierte. Dieser spießte seine Gegner mit gerne auf Holzpfählen auf, was ihm den Beinamen Țepeș – auf Deutsch Pfähler – einbrachte.

Er soll außerdem auch das Blut seiner Opfer getrunken haben und sogar Männer gezwungen haben, ihre eigenen Frauen und Kinder zu essen. Ende 1476 soll Dracula, der als Inbegriff von Schrecken und Willkür galt, geköpft worden sein. Seine Leiche blieb allerdings verschollen und wurde bis dato noch nie gefunden. Sein Grab im rumänischen Snagov wurde im Jahre 1931 geöffnet, aber es war leer. Ist Vlad III. Draculea aus seinem Grab auferstanden und lebt noch heute als Vampir unter uns? Eins ist auf jeden Fall klar: Die Legende um Graf Dracula und sein historisches Vorbild Vlad ist unsterblich.

Zu diesem Anlass feiert man an Halloween immer im Dracula Schloss, welches etwa 20 Minuten von Brasov entfernt ist. Ziemlich unheimlich oder? Da möchte ich definitiv mal hin und mit jede Menge Knoblauch ausgelassen in der Menschenmenge tanzen 😉

 

Das Schloss Bran war die Heimat von Dracula

Das Schloss Bran war die Heimat von Dracula

Brasov in Rumänien

Mamaliga aus Brasov

Jetzt geht es aber von der wunderschönen und gleichsam Mysteriösen Stadt zum Essen, welches bestimmt genau so gut und faszinierend ist. Ich habe mich anfangs der Woche auf die Suche nach Menschen gemacht, die aus Brasov kommen und mir etwas über die Stadt, das Leben und das Essen verraten. Ich sage euch, dass ist gar nicht so einfach. Nach gefühlten Tagen und schlaflose Nächte, hat sich aber jemand bereit erklärt mir zu helfen und mich – gedanklich – nach Brasov mitgenommen.

Anastasia ist Zahnärztin und lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn seit Beginn an in Brasov. Ihre Vorfahren kommen aus Rumänien, Ukraine, Moldau und Sibirien. Sie möchte mit uns gerne Mamaliga aus Brasov (Mamaliga branza de burduf dt. Polenta mit Schafskäse und Speck) teilen. Ihre Großmutter hat es schon für sie gekocht. Sie erinnert sich noch an ihre kleine Küche und den Geruch der Polenta, der sich im ganzen Raum ausbreitete. Viele machen das Polenta auch am offenen Feuer. Anastasia ist ein sehr naturverbundener Mensch und liebt die Berge über alles. Hier geht es zu ihrem Insta Account!

 

Zutaten Mamaliga aus Brasov

Für ca. 2 Personen

  • 4 Tassen Wasser
  • 2 Tassen Milch
  • 2 Tassen Mais Mehl
  • 1 Prise Salz
  • Butter
  • Schinken (Alternativ Speck)
  • Schafskäse

Zubereitung Mamaliga aus Brasov

Für die Mamaliga aus Brasov in einem großen Topf Milch, Wasser und Salz vermischen und zum Kochen bringen. Danach immer eine Handvoll Mais Mehl unter rühren hinzugeben und etwa für 20 – 30 Minuten unter ständigem rühren köcheln lassen, bis die Polenta sehr dickflüssig ist und leicht vom Topf abgeht. Auf die Seite stellen und für eine Weile abkühlen lassen. Nachdem man das Polenta mit den Fingern gut formen und angreifen kann, auf einen Teller geben und mit der Hand einen Kreis formen. In der Mitte dann mit den Fingern eindrücken, damit man genug Platz für die Füllung hat. Zum Schluss noch Butter, Schinken und Schafskäse in die Mitte füllen. Man kann auch ein Spiegelei statt dem Schinken und Schafkäse nehmen. Als Beilage kann man einen frischen Ruccola Salat servieren.

Guten Appetit oder auch Bucura-te de masa ta 😉

 

 

Hier ist noch eine kurze Videobotschaft von Anastasia. Nochmal vielen lieben Dank, dass ich dich kennen lernen durfte 🙂 Ich bin schon sehr gespannt, wohin mich meine Reise nächsten Sonntag führt. Wie gefällt euch eigentlich meine eat-the-world Serie? Würde mich über ein Kommentar sehr freuen! Ich wünsche euch allen noch einen wunderschönen Tag und immer brav Knoblauch um den Hals hängen.

PS: Wer mal mit mir zu Halloween auf die Party im Schloss Bran will -> meldet euch!

 

Meine letzter Teil von eat-the-world